Verfasst am 09.11.2008 18:09:52 Uhr Lieber spät als nie: John Rambo (Filmkritik) Zwischenzeitlich habe ich es auch endlich geschafft, mir den neuen Rambo anzugucken. Ungeschnitten natürlich. Und das war eine gute Entscheidung! Sylvester Stallone hat diesmal nicht nur am Drehbuch mitgewirkt, sondern auch Regie geführt.
John Rambo hat sich nach nach Nordthailand ins Grenzgebiet zu Myanmar/Birma/Burma zurückgezogen und verdient sein Geld als autonomer Schlangenfänger und Bootskapitän. Eine Gruppe christlich-pazifistischer Missionare überredet ihn, sie nach Burma (ich bleibe hier beim im Film verwendeten Namen des Landes) zu bringen. Nachdem Rambo sie nach Art des Hauses vor Piraten gerettet hat, wollen sie mit ihm nichts mehr zu tun haben und schicken ihn nach Hause. Danach werden sie von burmesischen Soldaten verschleppt und Rambo wird erneut dazu überredet nach Burma zu fahren, um die Rettungstruppe hinterher zu führen. Klar, dass ihn nun seine Vergangenheit einholt und er wieder zum Kämpfer wird.
Hui...der Film IST brutal! Und er hat durchaus gute Ideen und eigentlich tief im Kern auch das Potential, um die Klasse vom ersten Teil der Reihe zu erreichen. Leider scheitert er auf allen Ebenen; bis auf die beinahe richtungsweisende Art der Gewaltdarstellung. Dementsprechend legt der Film auch alles anderes als einen Frühstart hin. Es werden Dokumentaraufnahmen von Menschrechtsverletzungen durch burmesische Soldaten gezeigt, die den Zuschauer in die falsche Richtung führen. Rambo ist nicht realistisch, er ist ein comicartiger Superduperkämpfer, was später durch die comichaften Metzeleien gut zum Ausdruck gemacht wird. Diese sind es auch, die den Film auf eine gewisse Art auch sehenswert machen, wenn auch eher auf dem Niveau eines Antonio Margheritis.
Der größte Schwachpunkt des Film ist die vollkommen vernachlässigte Entwicklung der Charaktere. Sie werden sehr eindimensional eingeführt und ändern dann ohne sichtbaren Grund ihre Einstellungen. Im Kopf des Zuschauers kann das zwar alles einen Sinn ergeben, muss es aber nicht. Und wenn ich etwas bei einem Film wie "Rambo" nicht möchte, dann ist es Nachdenken.
Es ist wie ein Puzzle bei dem man das Bild zwar erkennen kann, aber die Teile allesamt nicht zueinander passen.
Am Ende geht Rambo nach Hause. Warum können wir auch in diesem Fall nur ahnen. Vielleicht auch nur, weil es ganz gut aussieht. Uns bleibt nur die Hoffnung, dass er dort auch bleibt.
Ich vergebe 6 Punkte in der IMDb und einen angemessenen Platz in der Kategorie III:
GANZ OK, ABER NICHTS BESONDERS "BESONDERES".
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