Verfasst am 02.09.2008 11:18:03 Uhr The Dark Knight (Filmkritik) Über den Film hatte ich schon viel gehört. Und eigentlich nur Gutes. Um so gespannter war ich, als der Film dann endlich auch in der Originalversion im Cinemaxx lief. Überraschender Weise im Kino 5 mit 600 Plätzen, von denen auch mindestens 200 besetzt waren. Und das um 17 Uhr. Wirklich erstaunlich! Aber Cinemaxx wäre nicht Cinemaxx, wenn es nicht mal wieder Probleme mit dem Originalton gegeben hätte. Aber nach gefühlten 10 Minuten war alles ok.
Regisseur Christopher Nolan hat ja frühzeitig für Memento viel Anerkennung erhalten, danach aber nur solide Standardwerke abgeliefert. Dabei war auch Batman Begins, dem ich aber bisher meine Sehgunst verweigerte. The Dark Knight ist die Fortsetzung dazu.
Über Handlung möchte ich gar nicht so viele Worte verlieren. Ist halt eben Batman mit seinen Verbündeten gegen die Standardverbrecher von Gotham City und skurrilen Superschurken. Das Plot-Schema ist wohlbekannt und an dieser Stelle vernachlässigbar.
Der Reiz dieses Films liegt vor allem in der tiefen Charakterisierung der einzelnen Figuren. Damit verlässt der Film das klassische Unterscheidungmuster "Gut gegen Böse" und wagt einen Spagat zwischen Comic und Drama. Insbesondere die Figur des Jokers ist derart gelungen, dass er anstatt als Bösewicht glatt als tragische Figur durchgeht.
Die Anleihen Das Klauen ("Immature poets imitate; mature poets steal.") bei "Saw" und "Unbreakable" unterstützt dabei noch einmal diesen Eindruck.
Leider kann die Figur des Batman in keinster Weise hier mithalten. Er wirkt so künstlich wie seine Maske. Seine Entscheidungen erscheinen oftmals unlogisch und aus der Luft gegriffen, so dass er schon von den seinen Nebendarstellern an die Wand gespielt wird, vom Joker mal ganz zu schweigen.
Auch das Bat-Equipment mag nur vereinzelt zünden, das Batmobil geht ja noch als futuristisch-zweckmäßig durch, das Batpod allerdings wirkt, trotz aller Soundeffekte, schwerfällig wie ein Lanz Bulldog.
Irgendwo dazwischen ist die comichafte Fähigkeit des Jokers, für seine böse Streiche geradezu Berge im Sekundentakt versetzen zu können. Hier hakt dann auch der oben angeführte Spagat. Obwohl Nolan auch in diesen Szenen tolle Momente hinbekommt, wäre hier ein wenig mehr Rahmen-Realismus wesentlich wirksamer gewesen.
Ich bin geneigt dem Film ein "gescheitert auf hohem Niveau" zu attestieren, müsste mir dann aber die Frage gefallen lassen, woher ich denn die Frechheit Weisheit besäße, zu wissen, was der Regisseur wollte. Daher sage ich lieber "zu gut für Superhelden, aber zu schlecht für großes Kino". Ich hoffe dem Regisseur gelingt irgendwann noch einmal der ganz große Wurf, das Zeug dazu hat er in jedem Fall.
Ich vergebe eher ungerechte 7 IMDb Punkte, lasse den Film aber allein schon wegen Heath Ledgers einmaliger Joker-Performance in meine Kategorie II:
GUTER FILM MIT KLEINEN SCHWÄCHEN 
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