Verfasst am 02.01.2009 17:59:38 Uhr Ein Westpaket voller Bier Was gibt es schöneres als Pakete von weit weg zu bekommen, wo lauter Kram drin ist, den man zu Hause nicht kaufen kann? Wenig. Hauptschwierigkeit dabei ist allerdings, dass hierzu in der Regel erstmal jemand weit weg gefunden werden muss, der sowohl in der Lage als auch bereit ist, so ein Paket zu verschicken. Konnte man sich früher über das verwandtschaftliche Westpaket mit Kaffee, Klamotten und Süßigkeiten unter dem sozialistischen Weihnachtsbaum freuen, so hatte man diese Freunde unter dem kapitalistischen Weihnachtsbaum nicht.
Um so mehr freue ich mich, wenn ich nun auch ab und an mal ein Westpaket bekomme und zwar von meinen Freunden aus den USA. Verblüffend ist dabei eine gewisse Inhaltsgleichheit mit den damaligen Pakete. Kaffee ist zwar keiner drin, aber Süßwaren und T-Shirts kommen schon regelmäßig vor.
Zum Jahresende gab es ein richtiges Männer-Paket mit ausschließlich Bier drin:

Oh ich hör sie schon die Stimmen, die üblichen Choräle der Unwissenheit wie "amerikanisches Bier schmeckt nicht", "das ist doch ungenießbares Wasserbier" oder "das Chemiebier können die da drüben selber trinken". Wie bei nahezu allen Vorurteilen über Amerika, kann man auch in diesem Fall sagen, dass sie durchaus zutreffen. Aber genauso trifft das genaue Gegenteil zu! Ist halt ein verdammt großes Land mit sehr vielen Fassetten. Wer sich drüben ausschließlich an die großen Brauereien wie Anheuser Busch, Miller, Coors oder Pabst hält, der kann leicht den Eindruck bekommen, dass es dort kein ordentliches Bier zu kaufen gibt.
Sobald man sich allerdings den kleinen Brauereien zuwendet, deren Biere (z.B. Yuengling, Saranac oder Samuel Adams) oftmals nur regional erhältlich sind, so entdeckt man ein nahezu unüberschaubares Angebot an Biersorten, unter denen es so manche Perle zu entdecken gibt.
Und auf einmal stellt man fest, dass es außer Hopfen, Malz und Wasser auch noch andere natürliche Zutaten gibt, die völlig neue Geschmacksrichtungen ermöglichen.
Wie auch immer. Zu meinem aktuellen Vorrat kann ich bisher nur wenig sagen:
- Yuengling Black & Tan: Yuengling ist einer meiner Lieblingsbrauereien drüben. Das "Black & Tan" ist sehr gut, wobei ich das "Lager" aber noch einen Tick besser finde.
- Tröegs Troegenator Double Bock: Tröegs ist eine ziemlich junge (gegründet: 1996) Microbrewery in Pennsylvania. Habe schon viel davon gehört, aber noch nichts davon getrunken. Ich bin gespannt!
- Michelob Winter's Bourbon Cask Ale: Ein Winterbier, welches unter Verwendung von Vanilleschoten gebraut wurde. Klingt seltsam, aber das muss nichts heißen. Aber da Michelob zu Anheuser Busch gehört, bin ich erstmal skeptisch.
- Dogfisch Head 90 Minute Imperial IPA: Eine Kleinbrauerei mit skurilen Ideen. IPA steht für India Pale Ale und ist die Antwort für alle Nörgler, denen amerikanisches Bier zu schwach oder nicht hopfig genug ist. IPA ist In etwa so gewöhnungsbedürftig wie Rauchbier und dieses hier hat 9% Alkohol. Werde ich auf jeden Fall in Gesellschaft trinken, da ich mir nicht sicher bin, ob ich die Flasche alleine schaffe.
- Budweiser American Ale: Eigentlich bin ich davon überzeugt, dass die bei Anheuser Busch unfähig (oder unwillig) sind, gutes Bier zu produzieren. Dieses Bier soll anders sein. Wir werden sehen.
- Brooklyner Weisse: Noch nie von gehört. Website und Wikipedia klingen nicht uninteressant.
- Yuengling Lord Chesterfield: Kenne ich noch nicht. Aber da es von Yuengling ist, bin ich guter Hoffnung.
- Stoudt's Weizen: "erinnert an Bananen, Nelken und Kaugummi"?!? OK...bin für alles offen.
- Leinenkugel's Sunset Wheat: Ich werde noch Experte für amerikanisches Weizenbier. Aber bei dem großartigen Namen muss das Bier einfach schmecken!
- Tröegs Dreamweaver: Ein Spezialbier für Webdesigner? Auch hier spricht die Webseite von Nelken-Bananen-Aroma. Vielleicht fehlt mir einfach der intelllektuelle Zugang...muss mich einfach klugtrinken.
Jetzt heißt es genießen. Ob ich es schaffe nach Genuss immer eine Kritik zu schreiben? Ich hoffe, aber versprechen möchte ich es lieber nicht.
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