Verfasst am 29.03.2009 00:23:11 Uhr Sof Shavua B'Tel Aviv - Alles für meinen Vater Der Film läuft schon ein wenig länger in den Kinos, aber bisher kam ich nicht zur Sichtung. So bot es sich an, mal wieder in die Traumfabrik GmbH zu gehen. Es geht um den Palästinenser Tarek, der als Selbstmordattentäter für die Tanzim einen Anschlag auf einem Markt in Tel Aviv durchführen soll. Da aber der Schalter kaputt ist, geht die Bombe nicht hoch und er muss erstmal einen neuen Schalter bekommen. Der Händler kann aber wegen des Schabbat so schnell keinen besorgen, so dass Tarek (oh ist das Leben nicht schön?) zwei Tage "geschenkt" bekommt. Dabei kommen sich er und die Ladenbesitzerin gegenüber näher und alles ist natürlich nicht mehr so klar wie vorher.
Der Regisseur Dror Zahavi ist Absolvent einer deutschen Filmhochschule und hat bisher überwiegend deutsche TV-Produktionen gemacht. Dadurch hat der Film eine seltsame, nicht unbedingt deutsche, aber dennoch irgendwie externe Herangehensweise, welche aber trotzdem einen gewissen Simplifizierungs-Charme versprüht. Ansonsten verläuft der Film genau so, wie man es von obiger Inhaltsangabe erwarten kann, dabei gemächlich erzählt und aufgepeppt mit ortstypischen Humor. Aber während man da so auf die vorhergesehene Auflösung des Unterhaltungsprogramms wartet, holt der Film zum großen Propagandaschlag aus und trifft den Zuschauer voll zwischen den Augen. Hat mich ganz schön kalt erwischt... Mein Respekt Herr Zahavi, das hätte ich nicht so erwartet!
Ja was soll ich noch sagen, der Film ist manipulativ, aber definitiv nicht schlecht. Stellenweise sogar richtig gut. Zumindest bringt er es in einer komplexen Welt auf den Punkt. Muss man vielleicht nicht gesehen haben, aber gut gefallen hat es mir trotzdem. Ich vergebe 7 IMDb-Punkte und eine Platzkarte der Kategorie II:
GUTER FILM MIT KLEINEN SCHWÄCHEN
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