Verfasst am 03.09.2009 08:01:48 Uhr Coraline (Filmkritik) Irgendwie sind die Filme von Henry Selick bisher an mir unbeachtet vorbeigegangen. Selbst den "The Nightmare Before Christmas" habe ich noch nicht gesehen. Getreu dieser Tradition interessierte mich sein neuester Animations-Film auch nicht wirklich, wäre da nicht "Der Sternwanderer" gewesen. Dieser beruht, genauso wie Coraline, auf einer Geschichte von Neil Gaiman, weshalb ich mir meine Ignoranz einfach nicht mehr länger erlauben konnte und ins Kino ging. Nachdem mir das Cinemaxx keinerlei Hoffnungen auf die Originalversion machen wollte, tat ich mir sogar die deutsche Version an. Immerhin bestand so wenig Stress bei der Terminauswahl.
Coraline ist ein neugieriges Mädchen, welches mit ihren Eltern in ein einsam gelegenes Haus mit komischen Nachbarn zieht. Ihr Eltern kümmern sie sich nicht sehr um sie, sondern widmen sich ganz dem Schreiben von Garten-Literatur, ohne sich jedoch im Garten aufzuhalten. Auf ihren Erkundungsgängen entdeckt Coraline eine seltsame Tür, die das Tor zu einer seltsamen Parallelwelt ist, in der ihre "anderen" Eltern leben. Diese "anderen" sind die "idealen" Eltern mit viel Zeit, lustigen Ideen und hervorragenden Kochkünsten. Aber schon sehr bald stellt sich heraus, dass diese heile Welt alles andere ist als der schöne Schein den sie vorgibt zu sein.
Die Grundgeschichte ist wirklich ziemlich konventionell entworfen und daher entsprechend vorhersehbar. Der Rest sprüht aber vor Fantasie, wie ich es zuletzt beim Sternwanderer erlebt habe. Es ist wie eine Collage in der bekannter Motive immer noch ein bischen skurriler, verrückter und bunter zusammengefügt wurden. Darüber hinaus ist der Film, bei aller (und vielleicht gerade durch die) Vorhersehbarkeit ziemlich gruselig. So gruselig, dass sich sofort Leute darüber Gedanken machen, warum so etwas bereits "ab 6" freigegeben ist und Kindern lieber leichtere Kost zubilligen.
Ich halte mich da lieber an die Definition "Kinderfilme sind die Filme, die Kinder sich anschauen" und denke, dass mutige Vertreter dieser Altersgruppe den Film mögen werden, zumal sie die Handlung vielleicht noch nicht ganz so vorhersehbar finden werden.
Es fällt mir nicht leicht, diesem Film abschließend zu bewerten. Der Animationsstil ist stimmig, aber mir gegenüber auch ein wenig ambivalent, in Drei D und vier K wäre das Kinoerlebnis bestimmt spannender. Die Fantasie ist wie gesagt absolut sehenswert, doch die Geschichte letztendlich nur Durchschnitt. Aber trotzdem mag ich den Film, schließlich ist er, bei objektiver Sichtweise, letztendlich doch ziemlich ungewöhnlich. Ich vergebe daher 7 IMDb Punkte und einen knappen Platz in meiner Kategorie II:
GUTER FILM MIT KLEINEN SCHWÄCHEN
|