Gehirnkoteletts
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Verfasst am 09.08.2009 17:36:57 Uhr Harry Potter und der Halbblutprinz (Filmkritik) Nach einigen hin und her hat sich das Cinemaxx doch dazu bereit erklärt den neuen Harry Potter in der Originalversion zu zeigen. Sogar in einer praktischen 19 Uhr Vorstellung. Kino war auch recht gut besucht. Soweit das Lob. Natürlich wurde wieder eine Bierverkaufspause gemacht und sogar auf den billigen Plätzen herrscht nun das Diktat der Platzkarten. Hatte ich beim Kauf nicht drauf geachtet und wurde dementsprechend von Sitzorganisatoren an den Rand vertrieben. Naja, man muss nehmen was man kriegen kann und wenigstens sprang der Ton nicht immer zwischen Deutsch und Original hin und her.
An den Film hatte ich nur recht gemäßigte Erwartungen. Das Buch ist ziemlich langatmig und dient eigentlich nur dem Aufbau von Teil 7. Die Kritiken meiner Bekannten waren auch dementsprechend verheerend. Anyway, manche Filme MUSS man einfach gucken, ob man will oder nicht. Und so schlimm war es auch nicht, im Gegenteil!
Eine Inhaltsangabe spare ich mir, sie wäre so oder so nur unzureichend, da eigentlich nichts passiert, was man man hier spoilerfrei erzählen könnte.
Die düstere Stimmung vom fünften Teil wird weitergeführt und endlich steigt auch das Detaillevel. Die Produzenten haben also mittlerweile den letzten Teil gelesen und gemerkt, dass der Abschluss der Serie nur dann funktioniert, wenn die ganzen vermeintlich unwichtigen Nebenplots dem Zuschauer auch bekannt sind. Dadurch kann dieser Teil dem "unwissenden" Zuschauer mitunter verworren und ganz schön langatmig erscheinen, da ein direkter Zusammenhang ohne Kenntnis des letzten Bandes einfach nicht zu erkennen ist. Als Vorauswisser habe ich diesen Problem natürlich nicht und kann mich ganz auf die ziemlich gut gelungene optische Umsetzung konzentrieren.
Es werden allerdings bei weitem nicht alle Nebenplots erzählt und auch die bereits im fünften Film weggeworfenen Handlungsstränge verbleiben im dramaturgischen Mülleimer. Das ist in soweit schade, dass so die im Buch hervorragend gelungene Verkettung von Ereignissen und denen daraus resultierenden Entscheidungen sowie wiederum deren Folgen einfach zu kurz kommen. Besonders die Hintergrundgeschichte zu Valdemort ist betroffen. Aber, wie schon oben erwähnt, kann man halt nicht immer alles haben.
Nichtsdestotrotz wird ziemlich deutlich das Ende der (mehr oder weniger) unbeschwerten Adoleszenz von Harry verkündet. Die Charaktere sind wie Ihre Schauspieler merklich gealtert und der Ernst des Lebens allgegenwärtig. Dementsprechend wandelt sich auch das Bild von Hogwarts: Aus den hellen Schulkorridoren werden düstere Katakomben, die Kämpfe zwischen den Figuren geraten entsprechend brutaler und das Wetter ist passenderweise permanent trübselig...
Bei aller Kritik muss man dem Film einfach zugestehen, dass alles irgendwie "passt". Auch wenn es keine richtige Auflösung gibt und das "Fortsetzung folgt" allgegenwärtig zwischen allen Bildern steht, geht der Film zügig voran und unterhält. Dazu tragen nicht nur die imposanten Bilder sondern auch die gut getroffenen Charaktere bei: Alan Rickman als Snape ist wie schon gewohnt großartig, aber auch Helena Bonham Carter als Bellatrix Lestrange macht einen ziemlich guten Job.
Nur das Ende...das ist eigentlich wie ein Anfang, aber das ist ja auch im Buch so. Trotzdem doof. So ein Gefühl wie bei "The Empire Strikes Back": Eigentlich echt cool der Film, nur leider ist in der Mitte Schluss und nun heißt es warten. Warten. Warten.
Wollen wir hoffen das es sich lohnt!
Der geduldige Leser wird schon gemerkt haben, dass ich den Film mag, deshalb dürften ihn 8 IMDb Punkte nicht wirklich überraschen und die Kategorie auch nicht:
Kategorie II: Guter Film mit kleinen Schwächen. (Film-Enden sind eh überbewertet)
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