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Verfasst am 13.07.2010 00:05:00 Uhr
Splice (Filmkritik)
Vincento Natali ist einer der wenigen Regisseure mit denen ich schon mal Bier getrunken und diskutiert habe. Das war vor einiger Zeit auf der Berlinale nachdem dort "Cube" gezeigt wurde. Damals erzählte Vincento von einer Filmidee über ein Pärchen welches DNA-Experimente macht. Mir gefiel die Idee, auch wenn ich sie für ziemlich krank hielt. Leider habe ich danach nichts mehr von davon gehört und auch keinen Film mehr von ihm gesehen. Bis ich dann letzte Woche routinemäßig die Cinemaxx Seite nach Originalversionen durchsuchte. Und siehe da, es wurde tatsächlich "Splice" angekündigt. Von Vincento Natali und mit einer Inhaltsangabe, die der damaligen Idee ziemlich nahe kam. Also nichts wie rein! Erwartungsgemäß wurde es fast eine Privatvorstellung. Kiel hat einfach keine gute Kinoszene

Es geht um die jungen Gen-Forscher Clive und Elsa, die mittels Splicing künstliche Lebensformen zur Proteingewinnung entwickeln. Als das Projekt allerdings von spannender Grundlagenforschung zur langweiligen Analyse herabgestuft wird, forschen die beiden heimlich weiter und das Experiment gerät (selbstverständlich) aus den Fugen. Alsbald müssen die beiden sich dann um höchst erstaunlichen Nachwuchs kümmern, obwohl sie als Nerds par excellence wohl schon mit normalen Kindern überfordert wären.

Selten hat mich ein Film derart kalt erwischt wie dieser. Obwohl im Prinzip sehr einfach gestrickt, nutzt er die Freiheit des Trash-Kinos um eine erstaunliche dramaturgische Dichte zu erzeugen. Er geht dabei gnadenlos seinen Weg und fügt so manche Widerlichkeit Ungeheuerlichkeit richtig "satt" ein und bringt Dinge auf diese Weise einfach auf den Punkt. Dabei ist er handwerklich wirklich mehr als solide gemacht und glänzt mit sehr schönen Sets sowie wirklich guten Schauspielern. Und er hat permanent den leisen Schalk im Nacken. So lässt sich auch ein Wandel von der ethischen Grundsatzdiskussion bis hin zum Ehekrach gut ertragen. Auch wenn man danach aus dem Kino kommt wie ich es zuletzt bei "Crash" tat ("Wo ist eigentlich oben und wo links und wo rechts?").

"Splice" ist ein B-Film, ganz gewiss, aber er ist besser als so manche A-Produktion. Und er ist so liebenswert wie Frankensteins Monster. Vielleicht nicht das ganz große Kino, aber definitiv eine Option für den auserwählten Filmfreund. Ich vergebe 7 IMDb Punkte und setzte ihn in die

KATEGORIE II: GUTER FILM MIT KLEINEN SCHWÄCHEN

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