Gehirnkoteletts
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Verfasst am 18.08.2010 00:46:21 Uhr Inception (Filmkritik) Routinemäßig guckte ich auf die Website des Cinemaxx, um zu schauen ob und was denn zur Zeit als Originalversion angesagt war. Es war "Inception", ein Film von "The Dark Knight"-Regisseur Christopher Nolan mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle. Hatte ich zwar noch nichts von gehört, aber das klang schon mal nicht schlecht. Verblüfft war ich dann aber vom User Rating in der IMDb: 9.1 von 10 möglichen Punkten ist schon echt ein Fabelwert und der daraus folgernde Platz 3 in der Gesamtliste damit schon echt eine Ansage. Also ging's mit erhöhten Erwartungen ins Kino 4 dessen 170 Plätze auch ziemlich gut gefüllt waren.
Grundidee des Films ist die Möglichkeit, bewusst in die Träume anderer Menschen einzudringen, diese Träume dann zu steuern und so Informationen zu gewinnen. Der Protagonist Cobb beherrscht diese Technologie und nutzt sie zum Zwecke der Wirtschaftspionage. Das Ganze ist nicht risikolos und er hat so seiner eigenen Psyche (und seinem eigenen Leben) schon so manche Narbe zugefügt. Da kommt der Großunternehmer Saito auf ihn zu und bietet ihm den "letzten großen Job" an. Es soll allerdings kein Wissen extrahiert sondern eine Idee gepflanzt werden, was als nahezu unmöglich gilt. Cobb besorgt sich nun die obligatorischen "besten der Besten" und die Aktion beginnt. Allerdings ist das Träumen mit so einer angeknacksten Psyche keine leichte Sache...
Der Film ist ausgesprochen vielschichtig und man muss höllisch aufpassen, dass man nicht den Faden verliert. Zum ersten Mal empfand ich es daher auch als positiv, dass der angebotene Gerstensaft von Becks auf Trink-ich-nicht umgestellt wurde und ich dementsprechend nüchtern blieb. Durch die gewaltige Informationsfülle hat man auch nicht viel Zeit zum Überlegen und kann sich so auf diese faszinierende Welt einlassen. Besonders viel Tiefgang kann man so nicht erwarten, aber solange sich eine Handbreit Sinn unter dem dramaturgischen Kiel befindet, ist dies sehr unterhaltsam zu rezipieren. Dementsprechend sind auch die Figuren eher eindimensional gestaltet, wodurch sie sich aber perfekt ins Gesamtbild einfügen. Bei so einer Leichtigkeit bemerkt man dann manchmal auch gar nicht, wie mit den verschiedenen Ebenen auch noch die Filmgenres wechseln. Sehr elegant Herr Nolan, das nenne ich wirklich gelungene Unterhaltung!
Als einziger Makel ist leider der Schluss zu sehen. Dieser ist zwar nicht unbedingt vorhersehbar, aber auch ganz bestimmt nicht überraschend. An und für sich funktioniert er auch, er ist nur nach einem so starken Film einfach zu schwach als dass er ein passender Abschluss wäre. Nachdem die Geschichte mit so viel Aufwand aufgebaut wurde, scheint es als ob sich Drehbuchautor und Regisseur hier klammheimlich aus der Verantwortung stehlen. Die gepflanzten Ideen fließen dann weiter und schnell bemerkt man wie dünn das alles doch war. Aus dem Kino kommend kam mir "Nur ein Traum" von Trio in den Sinn: "was bleibt ist die Autobahn, der alte VW und ich allein die Hand an der Knüppelschaltung".
Aber auch wenn ich mich mit dem Ende nicht anfreunden kann, so vergebe ich nichtsdestrotz 9 IMDb-Punkte. In meiner Kritik zu "The Dark Knight" hatte ich die Hoffnung geäußert, dass dem Regisseur irgendwann noch einmal der ganz große Wurf gelingt und freue mich, dass es hier schon fast geglückt ist. Bin deshalb auch sehr gespannt auf seine zukünftigen Projekte!
"Inception" ist zwar noch nicht perfekt aber aufgrund seiner wirklich starken Art ein würdiger Vertreter in der
KATEGORIE I: MUST SEE
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